


VISUELL entwickelt mit Anti Anti 2.0 im Haus der Geschichte Baden-Württemberg ein Ausstellungsformat gegen Antisemitismus. Das Projekt hinterfragt bestehende Narrative und übersetzt diese Auseinandersetzung in eine Gestaltung, die gewohnte Darstellungsweisen aufbricht und neue Perspektiven im direkten Dialog eröffnet. Elf Stationen, die wir gemeinsam mit jüdischen und muslimischen Beteiligten erarbeiten, sind in die Dauerausstellung integriert und erzeugen inhaltliche Reibung. Inhalte erscheinen unmittelbar am Objekt als Kommentare oder Fragen und lenken die Wahrnehmung bewusst neu.
Unsere Gestaltung löst sich von klassischen musealen Darstellungsformen. Leuchtend orangefarbene Bänder und Gewichte setzen als prägnantes Leitsystem visuelle Impulse. Sie durchziehen den Raum, markieren die Interventionen und tragen die Inhalte Weiß auf Schwarz oder Schwarz auf Weiß. Durch diesen bewussten Eingriff in den Fluss der bestehenden Ausstellung und die Unterbrechung gewohnter Wege erzeugen wir Irritationen, lösen die Besuchenden aus vertrauten Rezeptionsmustern heraus. Dadurch richten sie ihre Aufmerksamkeit neu aus. Die Bänder mit den Informationstafeln, die sich leicht in der Raumluft bewegen, zeigen die Sensibilität und Aktualität des Themas. Die Kettlebells übersetzen die inhaltliche Schwere der Thematik, die aktuelle Fragen zu Antisemitismus, jüdischem Leben und gesellschaftlicher Verantwortung aufwirft, in eine physische Dimension. Sie verweisen auf Fair Play als gesellschaftlichen Wert.
Analoge und digitale Medienstationen, Hörstationen und haptische Module erweitern die Intervention um interaktive Touchpoints. Mitnehmbare Inhalte wie Postkarten und Sticker zum Sammeln regen zur Auseinandersetzung an und setzen nachhaltige Impulse. Ein Verschwörungsgenerator, persönliche Videoformate und partizipative Angebote machen Mechanismen sichtbar und eröffnen neue Perspektiven.

















